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Eingewöhnung in die Kita – Umstellung auf Fremdbetreuung

Praxis-Tipps aus unserem Kita-Alltag

Der Kita-Start ist für jedes Kind – und auch für die Eltern – ein einschneidendes Erlebnis. Wir zeigen euch als Eltern, wie die Eingewöhnung, bei der wir uns am Berliner Modell orientieren, sanft und behutsam gelingt. Ausserdem präsentieren wir euch Tipps, wie ihr euer Kind optimal unterstützen könnt und was ihr tun könnt, um den Eingewöhnungsprozess positiv zu unterstützen.

  1. Berliner Modell: sanfte Kita-Eingewöhnung mit Eltern-Begleitung
  2. Dauer der Kita-Eingewöhnung: zwei Wochen
  3. Grundphase: Bezugsperson ist immer da
  4. Erster Trennungsversuch: Beginn der Ablösung
  5. Stabilisierungsphase: Beziehung zur Bezugsperson in der Kita vertiefen
  6. Schlussphase: Eingewöhnung abgeschlossen
  7. Tipps: So helft ihr eurem Kind bei der Eingewöhnung
  8. Und wenn es mit der Kita-Eingewöhnung nicht klappt?
1. Berliner Modell: sanfte Kita-Eingewöhnung mit Eltern-Begleitung

Die Grundlage unserer Arbeit bei pop e poppa ist das «Berliner Eingewöhnungsmodell», das in den 1980er-Jahren entwickelt wurde und von dem unser eigenes Konzept inspiriert wurde. Die Eingewöhnung findet dabei schrittweise, sanft und langsam statt. Euer Kind gibt den Takt vor, und seine Bedürfnisse stehen im Zentrum.

Ebenso wichtig ist dabei die Beteiligung der Eltern. Denn ihr seid die wichtigsten Bezugspersonen für euer Kind. Jemand von euch beiden – im Idealfall immer die gleiche Person – begleitet euren Nachwuchs während der ganzen Eingewöhnung. Das gibt eurem Kind Sicherheit und erleichtert ihm den Start in der neuen Umgebung. Zudem baut es schneller Beziehungen zu den Erzieherinnen und Erziehern sowie zu den anderen Kindern auf.

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2. Dauer der Kita-Eingewöhnung: zwei Wochen

In der Regel dauert die begleitete Eingewöhnungszeit zwei Wochen, bei Bedarf kann sie auf drei Wochen verlängert werden. Während dieser Zeit besuchst du als Bezugsperson die Kita gemeinsam mit deinem Kind stundenweise an vier bis fünf Tagen pro Woche.

Das Berliner Modell umfasst mehrere Phasen der Eingewöhnung. Vor dem eigentlichen Start in der Kita findet ein Gespräch zwischen euch als Familie und der verantwortlichen pädagogischen Fachperson statt. Ihr lernt die Hauptbetreuungsperson des Kindes und das Team kennen. Es gibt wichtige Informationen zu den Abläufen in der Kita, und ihr seht die Räumlichkeiten. Erzählt unserer Mitarbeiterin oder unserem Mitarbeiter von den Essens-, Schlaf- und anderen Gewohnheiten eurer Tochter oder eures Sohnes.

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3. Grundphase: Bezugsperson ist immer da

Neue Umgebung, fremde (Betreuungs-)Personen, andere Kinder: Während der ersten drei Tage geht es ums Kennenlernen. Das Kind besucht die Kita jeweils für ein bis zwei Stunden pro Tag. Beim Freispiel versucht die Betreuungsperson vorsichtig, eine Beziehung zu ihm aufzubauen.

Als Bezugsperson bist du immer im gleichen Raum wie dein Kind, aber im Hintergrund. Du bist sichtbar und dementsprechend jederzeit erreichbar für dein Kind. Das gibt ihm Sicherheit. Und du bekommst einen direkten Einblick in den Kita-Alltag, du beobachtest den Austausch der Betreuungspersonen untereinander – und vor allem mit den Kindern.

4. Erster Trennungsversuch: Beginn der Ablösung

Am vierten Tag nehmt ihr als beteiligte Personen gemeinsam eine erste Standortbestimmung vor. Ihr schaut, ob sich das Kind wohlfühlt, wie viel Vertrauen es in die Betreuungsperson hat und wie fest es sich schon von dir gelöst hat. Es folgt ein erster Trennungsversuch, der maximal 30 Minuten dauert. Das ist ein wichtiger Moment. Denn jetzt zeigt sich aufgrund der Reaktion des Kindes, wie es grundsätzlich weitergeht in Bezug auf die Eingewöhnung.

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Du verabschiedest dich von deiner Tochter oder deinem Sohn und verlässt den Raum, so dass du ausser Hör- und Sichtweite bist. Manchmal weint das Kind kurz, und es lässt sich trösten oder ablenken. Wenn das nicht der Fall ist, holt dich die Betreuungsperson nach wenigen Minuten zurück – und du probierst es am nächsten Tag wieder. Die Bezugsperson wird euch bei diesem wichtigen Schritt eng begleiten.

5. Stabilisierungsphase: Beziehung vertiefen

Wenn dein Kind die vorübergehende Trennung akzeptiert hat, dehnst du deine Abwesenheit Schritt für Schritt aus. Während du dich aus dem Kita-Rhythmus zurückziehst, übernimmt die Betreuungsperson deine Aufgaben wie zum Beispiel Zähneputzen, Essen, Trösten und Spielen. Sie gestaltet den Alltag mit deinem Kind und baut so eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm auf.  

Diese Phase dauert in der Regel sechs bis zehn Tage. Du bist nach wie vor in der Kita oder ganz in der Nähe anzutreffen, damit du bei Bedarf sofort beim Kind bist.

6. Schlussphase: Eingewöhnung abgeschlossen

Jetzt ist dein Kind definitiv in der Kita angekommen. Es verbringt nun mehrere Stunden täglich in der Kita, es fühlt sich wohl in der nicht mehr so neuen Umgebung. Und vielleicht hat es erste Freundschaften geschlossen. Die Betreuungsperson ist ein sicherer Wert, sie gibt deinem Kind Halt und Geborgenheit.

Diese Phase dauert etwa zwei Wochen. Du bist nicht mehr aktiv in die Kinderbetreuung vor Ort involviert. Trotzdem ist es wichtig, dass du immer erreichbar bist und innert kürzester Zeit in der Kita sein kannst. Gemeinsam mit der Betreuungsperson legst du fest, wie die Anwesenheit in der Kita laufend gesteigert werden kann – natürlich immer individuell auf die Bedürfnisse des Kindes zugeschnitten.

7. Tipps: So hilfst du deinem Kind bei der Eingewöhnung

Kinder sind verschieden. Sie reagieren unterschiedlich auf neue, unbekannte Situationen. Diese Tipps helfen euch als Familie bei der Vorbereitung auf die Kita-Eingewöhnung.

  • Rhythmus anpassen: In der Kita ist vieles neu für euer Kind – unter anderem wahrscheinlich auch der Tagesrhythmus. Passt ihr die Schlafens- und Essenszeiten bereits im Voraus nach und nach an die Kita-Zeiten an, hat es sich bereits daran gewöhnt. Eine Unsicherheit ist damit schon vom Tisch.
  • Das Kind sollte neben den Eltern weitere Bezugspersonen haben, und es ist von Vorteil, wenn es im Vorfeld auch bereits anderweitig (zum Beispiel durch Grosseltern, Gotte/Götti usw.) betreut wurde.

«Kinder sind verschieden» 

  • Veränderungen zeitlich staffeln: Der Kita-Start ist ein einschneidendes Erlebnis – und führt auch zu Umstellungen in eurem Familienalltag. Legt wenn möglich den Wohnungswechsel oder den Wiedereinstieg in den Beruf auf einen anderen Zeitpunkt. So erspart ihr eurem Kind zusätzliche Verwirrung.

  • Wenn möglich Begleitperson nicht wechseln: Kontinuität ist wichtig. Besprecht vorab, wer von euch beiden die Begleitung eures Kindes übernimmt. So weiss euer Kind immer, dass Mama – oder eben Papa – im Notfall da ist.

  • Rituale pflegen: Routine gibt Halt, vor allem auch Kindern. Du als Bezugsperson begleitest den Nachwuchs immer in den Raum oder mindestens bis zur Tür. So hast du auch gleich Gelegenheit, bei Bedarf kurz mit der Erzieherin oder dem Erzieher zu sprechen. Definiert auch ein Abschiedsritual. Dein Kind weiss, dass du jetzt gehst – und es später wieder abholst. 
  • Verbindlich sein: Die Trennung verunsichert das Kind. Es weiss nicht, ob und wann Mama oder Papa wieder kommt. Sag deshalb beim Abschied auch gleich, wann du wieder bei ihm bist. Hältst du dieses Versprechen ein, gibst du deinem Kind Sicherheit. Es weiss, dass es sich auf dich verlassen kann. Hat das Kind Mühe mit der Trennung, ist es wichtig, dass der Abschied eher schnell geht. Die Eltern können in die Kita anrufen, um sich zu versichern, dass es ihrem Kind gut geht. Sollte dies nicht der Fall sein, meldet sich die Erzieherin aber auch bei den Eltern.

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8. Und wenn es mit der Kita-Eingewöhnung nicht klappt?

Euer Kind weint, der Trennungsschmerz ist gross: Die Kita-Eingewöhnung verläuft nicht reibungslos, obwohl sie eigentlich abgeschlossen wäre. Das kann verschiedene Ursachen haben. Und vor allem ist es eine Herausforderung für alle Beteiligten. Wir unterstützen euch mit möglichen Lösungsvorschlägen.

  • Mehr Zeit geben: Ist euer Kind sehr schüchtern oder anhänglich – vor allem in fremder Umgebung? Hat es generell Mühe mit Veränderungen? Gebt eurem Kind mehr Zeit, verlängert die Eingewöhnungsphase.
  • Sicherheit und Zuversicht ausstrahlen: Das Kind spürt, ob Mama oder Papa unsicher und traurig ist bei der Verabschiedung. Zeig deiner Tochter oder deinem Sohn, dass du mit einem positiven Gefühl gehst – und du dich bereits auf das Wiedersehen freust.
  • Immer mit kurzem, klarem Abschied gehen: Es wäre zwar einfach, still und heimlich den Kita-Gruppenraum zu verlassen, wenn das Kind gerade beschäftigt oder abgelenkt ist. Aber ein solches Verhalten ist keine gute Idee. Denn das ist aus Sicht des Kindes ein massiver Vertrauensbruch. Verabschiedest du dich hochoffiziell, weiss das Kind, dass du jetzt gehst – und zu einem späteren, klar definierten Zeitpunkt wieder kommst.
  • Etwas Vertrautes mitgeben: Euer Kind beruhigt sich mit Dingen, die es kennt. Das kann ein Kuscheltier, ein Spielzeug oder das Lieblings-Stofftuch sein. Integriert diese Objekte in den Kita-Alltag eures Kindes. So weiss es, dass es nicht allein ist in der neuen Umgebung. 
  • Trennung üben: War euer Kind noch nie von euch getrennt, kennt es dieses Gefühl des Loslassens – und des Wiedersehens – gar nicht. Verbringt es zum Beispiel Zeit mit den Grosseltern, gewöhnt es sich an die Trennung. Und es weiss, dass Mama oder Papa nach einer Weile ganz sicher wieder da ist.

In den Kitas von pop e poppa legen wir viel Wert auf die Eingewöhnungsphase. Wir achten auch darauf, dass sich sowohl die Eltern als auch die Kinder wohlfühlen. Weitere Informationen dazu findest du auf unserer Infografik, die du herunterladen kannst. Bei weiteren Fragen steht dir die Kitaleitung gerne zur Verfügung.

Besuche nun eine unserer Kitas in Bern oder Zürich.

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